Der Jahrgangseffekt

JEDER JAHRGANG HAT SEINE EIGENE GESCHICHTEJEDER

Jeder Jahrgang hat seine eigene Geschichte. Anhand seiner Ereignisse, der entscheidenden Momente und Charakteristiken lässt sich das Profil der Weine erklären. Zuerst kommt der Frühling: In Chablis stellt Spätfrost immer eine Bedrohung für die Knospen dar. Aber zugleich wirken sich das stabile Wetter und der Sonnenschein auf die Blüte und den Fruchtansatz aus. Bei kühlem oder wechselhaftem Frühling kann es zu Verrieselung kommen. Hier entscheidet sich also die Produktionsmenge des jeweiligen Jahres. Ebenso fürchten die Winzer einen warmen und trockenen Frühling. Schließlich birgt ein früherer Frühling immer ein gewisses Risiko: Was passiert, wenn zum falschen Zeitpunkt, Mitte Mai, zur Zeit der Eisheiligen, Frost auftritt, und dieser die schnelle Entwicklung in den Monaten März und April zu schnell beendet?


Der Sommer spielt ebenfalls eine wichtige Rolle hinsichtlich des Tempos, in dem die Reben wachsen und die Trauben reifen. Aber die Winzer sagen: Der September entscheidet über den Jahrgang. Die letzten Wochen oder gar die letzten Tage können das Profil des Jahrgangs völlig verändern. Der Idealfall ist eine sommerliche Nachsaison, in der sich heiße, trockene Tage mit kühlen Nächten abwechseln. Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht lässt die Trauben reifen, ohne dass diese dabei an Säure verlieren. Die Schalen können reifen, während die Ausgewogenheit der Trauben bewahrt bleibt.

 

 

  • SONNENVERWÖHNTE JAHRGÄNGE UND VOM BODEN BEEINFLUSSTE JAHRGÄNGE

Die Chablis-Jahrgänge lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: Warme Jahrgänge ergeben fruchtige Weine; kühlere Jahrgänge bringen feinere Weine hervor und lassen die Struktur stärker hervortreten. Eine starke Reifung der Trauben bringt die fruchtigen Aromen zum Vorschein. Es sind großzügige Aromen, manchmal leicht würzig, die bei dem Wein im Vordergrund stehen. Kühlere Jahrgänge bringen feinere Weine hervor, deren Frucht dezenter und die mineralische Struktur reiner sind, was sich in der Nase und am Gaumen bemerkbar macht. In diesen Jahren hat der Boden einen größeren Einfluss.

JEDER JAHRGANG HAT SEINE EIGENE GESCHICHTE
DER JAHRGANGSEFFEKT
  • QUALITÄT UND QUANTITÄT

1983, 1990 oder 2018 sind Jahrgänge, die beweisen, dass sich Qualität und Quantität nicht gegenseitig ausschließen. Auch das macht den Charme des Chardonnay aus: Aus ihm lässt sich eine große Menge Wein erzeugen, ohne dass er an Finesse verliert. Ganz im Gegenteil. Auch sein Alterungspotenzial und Charakter können dabei bewahrt werden. Zum Begriff der Quantität muss noch etwas gesagt werden: Der Charakter Chablis‘ als nördliches Weinanbaugebiet und seine kargen Böden sind unveränderliche Faktoren, die die Produktion auf natürliche Weise regulieren. Da eine Überproduktion nie erreicht wird, kommt es vor allem auf das natürliche Gleichgewicht der Pflanze an. Auch die Witterungsbedingungen im Frühjahr und später im Sommer können auf natürliche Weise eine schöne Traubenernte bewirken. Es geht einzig darum, die Rebe in einem Gleichgewichtszustand zu halten, der es ihr erlaubt, ohne Qualitätsverlust zur Reife zu gelangen.

 

Diese Informationen und Texte stammen von Sandrine Audegond und ihrem Buch „Chablis, l’expression cristalline d’un terroir“

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