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Wie ist der heilige Vinzenz der Schutzpatron der Winzer geworden?

Der Heilige Vinzenz, Schutzpatron der Winzer - Chablis in der Bourgogne

Es scheint nicht so, als hätte Vinzenz im Laufe seines Lebens viel mit Wein zu tun gehabt. Mehr oder weniger originelle Hypothesen versuchen sich an Erklärungen, warum er trotzdem zum Schutzpatron der Winzer geworden ist: Er sei mithilfe von Werkzeugen gefoltert worden, die einer Presse ähnelten; sein Name klinge wie "Vin" "Sang" (Wein - Blut); der 22. Januar falle auf ein ideales Datum für Winzer - zwischen Weinbereitung und Rebschnitt, wenn der Weinberg sich erholt...

Wir geben einer anderen Hypothese den Vorzug: Vinzenz, Kirchenmann und Märtyrer, wurde nach seinem Tod schnell zur Kultfigur. Sein Körper und seine Reliquien reisten durch ganz Europa. Von einer Expedition nach Saragossa im Jahr 542 wurden zwei Reliquien, das Gewand des heiligen Vinzenz und ein goldenes Kreuz aus Toledo, mitgebracht. Um diese zu huldigen, ließ König Childebert der Erste eine Basilika unter der doppelten Bezeichnung des Heiligen Vinzenz und des Heiligen Kreuzes erbauen. Die Abtei hieß Sainte-Croix-Saint-Vincent (heiliges-Kreuz-heiliger-Vinzenz). Wie damals üblich gehörte zu ihr auch ein Weinberg. Der Legende nach hätten die Mönche deshalb vom heiligen Vinzenz den Schutz ihrer Weinberge und ihrer Erträge erbeten.

Ab dem 17. Jh. wird der Name Saint-Germain (heiliger Germane) mit dem des heiligen Vinzenz gleichgesetzt. Seitdem heißt diese Abtei "Saint-Germain des Prés".