DIE JÜNGSTEN JAHRGÄNGE IN DER WEINREGION CHABLIS

2020

 

2020 in Chablis: ein früher und klassischer Jahrgang. Alles begann mit einem milden und feuchten Winter, Bereits in der zweiten Märzhälfte fingen sie an, ihre Knospen auszubilden. Als in Frankreich die Ausgangssperre begann, standen die Winzer nachts auf, um gegen Frühjahrsfröste zu kämpfen. Glücklicherweise konnte die leichte Luftfeuchtigkeit die Schäden begrenzen.


Dann setzte der heiße und trockene Sommer ein. Der Wassermangel verlangsamte zuweilen den Reifeprozess. Er begrenzte auch die Menge an Trauben und damit das Erntevolumen. Am Vorabend der Weinlese war der Gesundheitszustand der Reben ausgezeichnet. Die ersten Erntehelfer begannen am 24.


Den Jahrgang 2020 kennzeichnet seine frühe Reife. Er zeichnet sich auch durch seinen klassischen Charakter aus, mit einer schönen Ausgewogenheit und der für Chablis-Weine typischen Frische.

DIE JÜNGSTEN JAHRGÄNGE IN DER WEINREGION CHABLIS

2019

Ein Jahrgang in zwei Phasen: erst kalt, dann heiß. Die Knospen traten frühzeitig hervor. Bis Mitte Mai erlitten die Knospen mehrfach Beschädigungen durch Morgenfrost. Dann setzten Hitze und Trockenheit mit Temperaturen von über 40 °C ein, und die Niederschlagsmesser blieben leer. Der lang erwartete Regen fiel erst zum Ende der Weinlese. Zu Beginn der Weinlese waren die Reben bei guter Gesundheit, aber die Trauben waren kleinbeerig. Je nach Dörfern oder Parzellen variierte die Menge in den Weinpressen. Das Dorf Chablis hatte es hart getroffen, während andere Gemeinden eine fast volle Ernte einfahren konnten. Überraschenderweise blieb die Säure erhalten und die Weine waren schön ausgewogen. Der einzige Wermutstropfen war die geringe Erntemenge. Glücklicherweise folgte 2019 auf den ertragreichen Jahrgang 2018, der eine Auffüllung der Lagerbestände ermöglichte.

 

2018

Dieser Jahrgang war ein Geschenk des Himmels – nach zwei Jahren kleiner Ernten. Er vereinte Menge und Qualität und brachte den Winzern ihr Lächeln zurück. Starke Niederschläge im Winter ließen die Wasserreserven wieder auffüllen. Die Vegetation startete früh, aber die Reben blieben vor Frühjahrsfrösten verschont. Dann begünstigte das Wetter die gute Entwicklung der Rebe. Ein heißer und trockener Sommer setzte für lange Zeit ein, aber die Reben kamen dank ihrer Reserven im Boden gut mit dem Wassermangel zurecht. Die Weine sind komplex, ausdrucksstark, großzügig und konnten ihre Frische bewahren.

 

2017

Auch bei diesem frühzeitigen Jahrgang kam es im Frühjahr zu Frostnächten, die das Erntevolumen beeinträchtigten. Der Sommer war grau und feucht, aber glücklicherweise folgte darauf ein idealer September – weder zu heiß noch zu nass. Dieser Jahrgang weist eine gute Ausgewogenheit auf, die Komplexität und Frische vereint.

 

2016

Ein Jahrgang voller unvorhersehbarer Ereignisse, mit meteorologischen Höhen und Tiefen während der ganzen Saison. Dennoch: Trotz eines sehr mäßigen Erntevolumens konnte die Qualität überzeugen. Der milde September brachte den Trauben ihre Konzentration und Ausgewogenheit. Die langsame Reifung führte zu gesunden und im Inneren reifen Trauben. Die Weine haben ein schönes Säuregerüst, das ihnen eine lange Lagerfähigkeit verleiht.

 

2015

Der sehr sonnige Frühling ließ auf einen frühzeitigen Jahrgang schließen. Auch der Sommer, mit einer langen heißen und trockenen Periode, bekräftigte dies. Eine Regenepisode Anfang August half, größeren Wasserstress abzuwehren und die Reben konnten weiter reifen. Hagelschauer am 1. September veranlassten die Winzer mit der Weinlese zu beginnen, bevor die Wurzeln das im Boden vorhandene Wasser aufnehmen konnten. Das Ergebnis ist ein Jahrgang mit komplexen, aber nicht schweren Weinen, mit einem schönen Säuregehalt. Der Jahrgang erinnert an die ausgewogenen Weine des 2005er Jahrgangs.

DIE JÜNGSTEN JAHRGÄNGE IN DER WEINREGION CHABLIS

2014

Die Blüte fand unter günstigen warmen und trockenen Bedingungen statt. Der darauffolgende Sommer war wechselhaft und die Winzer erwarteten eine langsame Reifung. Der Monat September war lehrbuchmäßig: ein Hochdruckgebiet machte sich breit und brachte heiße und trockene Tage mit kühlen Nächten. Die Qualität war sehr homogen. Ein hervorragender Jahrgang, den die Winzer wegen seiner Säurestruktur mit den Jahrgängen von 1996 und 2002 vergleichen.

 

2013

Dieser Jahrgang war durch einen wechselhaften, feuchten und grauen Frühling geprägt, der von den Winzern viel Arbeit und Aufmerksamkeit erforderte. Die Reben hatten ab dem Frühjahr stark zu kämpfen und litten unter Verrieselung. Der ebenfalls wechselhafte Sommer ließ viele Trauben kleinbeerig bleiben. In der gesamten Appellation war die Erntemenge drastisch reduziert. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen reifen Jahrgang mit mäßigem Säuregehalt.

 

2012

Ein kapriziöser, aber interessanter Jahrgang. Frühling und Sommeranfang waren wechselhaft, aber ab Ende August entspannte sich die Lage. Die Reifung ließ auf sich warten, die Trauben reiften bei bedecktem Himmel. Anfang September setzt eine Hochdrucklage ein und sorgte für rund zehn Tage gutes Wetter. So konnte die Weinlese bei herrlichem Wetter beginnen. Es ist ein Jahrgang, in dem die Trauben im Kühlen reiften. Er brachte elegante und aromatische Weine hervor, die lange altern können.

 

2011

Der Jahrgang ist von einem sommerlichen und vor allem außergewöhnlich trockenen Frühling geprägt. Der Sommer war durchwachsen. Er bremste den Vorsprung ab, den die Reben in den Vormonaten gewonnen hatten. Die Weinlese begann dennoch bereits ab den ersten Septembertagen. Einige Winzer warten noch eine weitere Woche, um eine fortgeschrittenere physiologische Reife zu erreichen. Ein kontrastreicher Jahrgang, in dem man frische und aromatische Weine, aber auch kräftigere und salzig schmeckende Weine findet.

 

2010

Der Frühling war noch vielversprechend, der Sommer dann aber durchwachsen. Die Winzer wurden jedoch für ihre Geduld belohnt, denn der September war ein schöner Monat mit nur einem Regentag am 25. September. Diejenigen, die mit der Ernte gewartet hatten, beeilten sich, die Trauben zu lesen, bevor sich die Botrytis entwickeln konnte. Am Ende erwies sich dieser Jahrgang als ein sehr guter Chablis-Jahrgang.

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